Das Schriesheimer Kammerorchester trauert um seine langjährige Vorsitzende

Renate Dietz

Sie verstarb am 16. November nach schwerer Krankheit.



Ein Nachruf

Die Mitglieder
des Schriesheimer Kammerorchesters nehmen in großer Trauer Abschied von Renate Dietz. Fast zwei Jahrzehnte lang hat sie als erste Vorsitzende diesen gemeinnützigen Verein angeführt, seine Entwicklung nachhaltig mitbestimmt.


Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen“!

So lautet der Anfang eines alten, schon im Mittelalter entstandenen Gedichts, das inzwischen sogar mehrfach vertont worden ist. „Wer die Musik sich erkiest, hat ein himmlisch Gut bekommen“. Dieser Spruch trifft auch auf Renate Dietz zu, der die Musik so viel bedeutet hat und für die Musik wesentlicher Teil ihres Lebens war.

Sie hat durch die Musik viel empfangen, aber sie hat auch der Musik gedient, ihre Vorstandschaft hingebungsvoll, geradezu mit Herzblut, ausgeübt. Wie viele Planungsgedanken hat sie bewegt, wie viele Briefe geschrieben und Telefonate geführt, wie viel Schritte auf Ämter gemacht! Sie übernahm klaglos die ihr auferlegte Verantwortung in der Vertretung des Orchesters nach innen und außen - ein Glücksfall, wo man doch weiß, dass viele Vereine Schwierigkeiten haben, die Vorstandsämter zu besetzen.

Höhepunkte der Orchestergeschichte unter ihrer Regie waren drei Konzertreisen in Schriesheims Partnerstadt Uzès. Man kann sich kaum vorstellen, welche Fülle an Organisationsarbeit schon von Schriesheim aus und dann vor Ort zu bewältigen war. Und jede dieser Reisen war für die Teilnehmer gewürzt mit einem schönen Ausflugsprogramm, so nach Avignon, Arles und Nimes.

Es ist in der Stunde des Abschieds aber letztlich gar nicht so wichtig, in allen Einzelheiten aufzuführen was Renate Dietz alles getan hat, sondern vielmehr den Blick zu lenken darauf, was sie bewirkt hat. Sie hat uns aktiven Musikern ermöglicht, unserer Lieblingsbeschäftigung, dem gemeinsamen Musizieren, nachzukommen. Sie hat die Spielgemeinschaft wie eine Familie zusammengehalten und damit unser Leben bereichert. Sie hat, wenn man den Kreis weiter zieht, durch die Konzerte, die immer einem breiten Publikum zugänglich sind, vielen Menschen eine Freude gemacht.

Die Wertschätzung, die ihr von vielen Seiten entgegen gebracht wurde und wird, nicht lautstark aber tief empfunden, mag auch ihr selbst ein Trost gewesen sein in der schweren zurückliegenden Zeit, als sich abzeichnete, dass das Leben unweigerlich zu Ende gehen wird.

Ihr Dienen für die Musik hat Frucht getragen und so durfte sie für sich selbst Zufriedenheit im Lebensrückblick spüren, Zufriedenheit, die man ja auch als himmlisches Gut bezeichnen kann.

So nehmen wir, ihre musikalischen Weggefährten, zwar in Trauer, aber in großer Dankbarkeit, Abschied von Renate Dietz. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

Gerhard Hofsäß